Pressemeddelelse · 02.03.2000 Dänische Debatte über die Sprachen-Charta ist peinlich

Anlässlich der Debatte in Dänemark über die Umsetzung der europäischen Sprachencharta im Hinblick auf die deutsche Minderheit (vgl. Flensburger Tageblatt von heute), erklärte die Vorsitzende der SSW-Landtagsgruppe Anke Spoorendonk heute in Flensburg:

"Dänemark hat aus guten Gründen die europäische Sprachencharta ratifiziert. Es ist deshalb gutes Recht der deutschen Minderheit, dass die Charta auch politisch umgesetzt wird.

Es ist eine peinliche Debatte, wenn dieses Recht jetzt in einigen dänischen Zeitungen angezweifelt wird. Die Minderheitenpolitik wird für andere Zwecke instrumentalisiert. Damit beleidigt man jene Menschen, die im Grenzland friedlich zusammenleben.

Im deusch-dänischen Grenzland haben wir eine Minderheitenregelung, die von gegenseitigem Respekt und Sympathie lebt. In Südschleswig genießt die dänische Minderheit große Sympathie bei der Mehrheitsbevölkerung. Das haben wir zuletzt in Verbindung mit der Landtagswahl erlebt. Ich wünsche mir, dass die deutsche Minderheit in Dänemark auch das Entgegenkommen und die Sympathie erfährt, ,die wir südlich der Grenze erleben.

Die Bundesrepublik hat seit langem die europäische Sprachencharta ratifiziert.. Der SSW hat vor diesem Hintergrund eine sprachliche Gleichstellung des Deutschen, des Dänischen und des Friesischen in Schleswig-Holstein gefordert. Letzten Endes wird die Unterstützung für die deutsche Minderheit auch dazu beitragen, die dänische Sprache südlich der Grenze zu stärken. Nur wenn die Minderheit nördlich der Grenze ihre sprachlichen Rechte bekommen, werden wir Dänen in Südschleswig mit der gleichen Selbstverständlichkeit unsere sprachliche Gleichstellung einfordern können."

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