Pressemeddelelse · Kiel · 24.05.2022 Verzögerter Umbau des Holsteinstadions: Pragmatisch nach Lösungen suchen

Zu der Verschiebung des Baubeginns für das neue Holsteinstadion erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion, Ratsherr Marcel Schmidt:

„Die Verschiebung des Baubeginns für das neue Stadion ist angesichts der Lieferengpässe und der Explosion der Baukosten verständlich, aber gleichwohl ärgerlich. Nachdem einige Ratsfraktionen noch am letzten Donnerstag in der Ratsversammlung keinen Anlass zur Debatte über die aktuellen Preissteigerungen erkennen konnten, hat die Kostenexplosion die Bauprojekte erreicht. Letzten Endes sind alle Kieler*innen von der, durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine maßgeblich hervorgerufenen, Inflation betroffen. Je eher wir das erkennen und solidarisch füreinander einstehen, desto besser.

Wir müssen jedoch feststellen, dass auch ein hausgemachtes Problem zu Verzögerungen geführt hat, die mit dazu beigetragen haben, dass der Baubeginn in diese wirtschaftlich angespannte Zeit fällt. Die politische Debatte um den Ausbau des Holsteinstadions diente zu vielen Fraktionen als Arena für ihre Verkehrs- und Parkplatzpolitik und wurde zusehends verengt auf die Gegenüberstellung von Parkplätzen versus Fahrradbügel. Die Schaffung und Abschaffung von Parkplätzen werden noch immer je nach Partei blind und frenetisch bejubelt, ohne nach Sinn oder Unsinn zu fragen. Jeder Fahrradbügel und jeder verhinderte Parkplatz werden wie Trophäen auf Parteitagen umhergezeigt.

Mit der ideologischen Einfärbung hat die Debatte sich verselbständigt und ist in der Folge immer weiter eskaliert. Damit sind alle anderen Aspekte des Stadionumbaus hinten runtergefallen und der Baubeginn verzögert worden bis heute, wo er krisenbedingt verschoben werden muss. Wir können nur an die Vernunft der anderen Fraktionen appellieren, die Verkehrswende nicht als gesellschaftlichen Spaltpilz zu missbrauchen, damit eine Diskussion, die sich eigentlich um den Sport drehen sollte, nicht aus Profilierungsgründen ideologisch vergiftet wird. Die unnötigen Konflikte ums Parken müssen enden und wir müssen anfangen, endlich lösungsorientiert und pragmatisch zu arbeiten; auch im Sinne der fußballbegeisterten Menschen, von denen es in Kiel nicht wenige gibt. Wir sollten auch nicht vergessen, dass Holstein Kiel ein wichtiger Werbeträger für unsere Stadt ist, der einen Beitrag zum sympathischen Image von Kiel leistet. Ziel sollte es daher sein, dass der Bau – ohne zusätzliche Mittel der Stadt – schnellstmöglich beginnen kann.“

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