Pressemeddelelse · Kiel · 03.06.2021 Kiel nach Corona: Landeshauptstadt muss Wirtschaftswandel eng begleiten

Die Schließung des Rewe-Logistiklagers auf dem Kieler Ostufer ist für die Beschäftigten ein schwerer Schlag. Gleichzeitig ist sie jedoch auch ein Symptom eines beginnenden Transformationsprozesses der Kieler Wirtschaft, die sich auf eine Zeit nach Corona einstellen muss. Die SSW-Ratsfraktion fordert, dass die Landeshauptstadt diesen Wandel proaktiv und eng begleitet, um ihn im Sinne der Beschäftigten auszugestalten. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Ratsherr Marcel Schmidt:

"Die Corona-Krise und ihre Folgen sind längst nicht überstanden. Gerade im Bereich der Wirtschaft wird jetzt erst langsam absehbar, was sich nach der Pandemie für Beschäftigte und Arbeitgeber*innen alles ändern kann und wird. Die bedauerliche Schließung des Rewe-Logistikzentrums auf dem Ostufer ist da nur eins von vielen noch folgenden Beispielen. Die Pandemie hat das Verhalten der Bürger*innen verändert. Das wird sich unmittelbar auf die Wirtschaft niederschlagen. Die anstehenden Transformationsprozesse zu bewältigen, wird kein Selbstläufer. Sie betreffen gleichermaßen den Kieler Haushalt sowie auch die gesamtwirtschaftliche Situation in allen Sektoren.

Viele Firmen werden nach der Pandemie nicht wieder in den alten Modus zurückgehen können. Ein Beispiel sind die Bürostandorte, die jetzt auf den Prüfstand kommen: Wenn Büroarbeitsplätze sich durch die im Zuge der Coronakrise gemachten Erfahrungen mit dem Home-Office nachhaltig verändern, können unzählige Büroflächen obsolet werden. Hier kann und muss die Landeshauptstadt positiv auf die zielgerichtete Umwandlung der Flächen Einfluss nehmen. Ziel muss es sein, dass Kiel nicht mit einem Verlust aus der Coronakrise geht. Wir müssen schnellstmöglich Wege finden, die Unternehmen in der Stadt zu halten.“

Der wirtschaftspolitische Sprecher Pascal Schmidt ergänzt:

„Die Kommunikation der Kieler Verwaltungsspitze muss sich jetzt den Anforderungen anpassen: Die aktuelle Situation und die vorherrschende Perspektive sind längst nicht so rosig, wie Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Ulf Kämpfer sie im Wirtschaftsausschuss darstellt. Der Kieler Wirtschaftsstandort ist vor dem Hintergrund gescheiterter Ansiedlungen wie Toshiba oder Abwanderungen wie jetzt der des Rewe-Logistikzentrums offenbar nicht so attraktiv, wie bisher dargestellt. Wenn die Kieler Wirtschaft im Angesicht großer und absehbar schmerzhafter Transformationen zu ihrem Wirtschaftsdezernenten schaut, muss sie sich sicher sein können, dass die Verwaltung und die Stadtverwaltung ihrem Teil der anstehenden Aufgaben gewachsen sind. Darum fordern wir eine Stellungnahme des OB, wie die Landeshauptstadt der Kieler Wirtschaft und ihren Beschäftigten helfen wird, diesen Wandel zu überstehen und sich so neu aufzustellen, dass alle Beteiligten davon profitieren.“

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