Press release · Kiel · 28.09.2026 Fischsterben in der Förde: SSW will wissen, was Kiel tun kann
Zu den Berichten über das massive Fischsterben in der Kieler Innenförde und unserer Kleinen Anfrage, was künftig getan werden kann, um die Förde widerstandsfähiger zu machen, erklärt der Vorsitzende der SSW-Ratsfraktion Kiel, Ratsherr Marcel Schmidt:
„Das Fischsterben am vergangenen Wochenende ist ein bedrückendes Naturereignis. In der Kieler Innenförde trieben große Mengen toter Dorsche, Heringe und Schollen im Wasser. Nach ersten Erkenntnissen führten ein sehr warmer Sommer, sauerstoffarme Wasserschichten und starke Winde zu einem sogenannten ‚Upwelling‘, durch das sauerstoffarmes Tiefenwasser bis in die Innenförde gelangte. Besonders nachdenklich stimmt uns, dass dieses Ereignis ausgerechnet in einem Bereich stattfand, der für Fische eine wichtige Kinderstube und einen Laich- und Lebensraum darstellt.
Mit unserer Kleinen Anfrage (Drs. 1042/2026) wollen wir deshalb genau verstehen, was hier passiert ist und wie fragil die Ökosysteme in unserer Innenförde tatsächlich sind sowie klären, welche Handlungsmöglichkeiten die Landeshauptstadt überhaupt hat. Kiel versteht sich als Meeresschutzstadt und hat sich mit Konzepten wie Zero Waste und Klimaneutralität hohe Ziele gesetzt. Dann müssen wir uns auch fragen, was diese Ansprüche angesichts eines solchen Ereignisses konkret bedeuten. Können städtische Maßnahmen die Bedingungen in der Innenförde verbessern? Können die Folgen solcher Sauerstoffmangelereignisse abgeschwächt oder künftig möglicherweise verhindert werden? Und welche Rolle spielen dabei die historisch veränderten Zuflüsse zur Förde, Nährstoffeinträge und der Klimawandel?
Noch warten wir auf Reaktionen der Verwaltung. Wenn wir Meeresschutzstadt sein wollen, müssen wir auch unsere eigenen Handlungsmöglichkeiten kennen und nutzen. Wir erwarten deshalb eine umfassende Auswertung des Geschehens und klare Aussagen dazu, wie die Stadt die Widerstandsfähigkeit der Kieler Förde stärken kann. Gerade die Innenförde ist für das Leben in unserer Ostsee von großer Bedeutung – und deshalb müssen wir alles daransetzen, ihre ökologischen Funktionen zu schützen.“