Press release · 02.09.2026 Digitale Grenzen im Grenzland endlich abbauen
Geoblocking sorgt noch immer dafür, dass Menschen im deutsch-dänischen Grenzland nicht ohne Weiteres auf öffentlich-rechtliche Medienangebote aus dem Nachbarland zugreifen können. Der SSW will das ändern und hat deshalb einen Antrag in den Landtag eingebracht. Hierzu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:
„Das deutsch-dänische Grenzland lebt davon, dass Grenzen im Alltag immer weniger eine Rolle spielen. Umso absurder ist es, wenn sie ausgerechnet auf dem Bildschirm wieder auftauchen.
Für die dänische Minderheit in Südschleswig gehören dänische Nachrichten, Kultur- und Bildungsangebote ganz selbstverständlich zum Alltag. Dasselbe gilt für die deutsche Minderheit in Nordschleswig mit Blick auf deutsche Angebote. Der Zugang zu Medien in der eigenen Sprache ist ein wichtiger Teil von Sprache, Kultur und Identität.
Geoblocking passt deshalb schlicht nicht in unsere Grenzregion. Gewiss gibt es bei Filmen, Serien oder Sport komplizierte Lizenzfragen. Aber das kann keine Begründung dafür sein, dass wir das Problem einfach hinnehmen.
Wir wollen, dass Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Bundesregierung und Dänemark nach Lösungen für das Grenzland sucht und sich auf europäischer Ebene dafür einsetzt, diese digitalen Grenzen abzubauen. Gerade für nationale Minderheiten braucht es Regelungen, die einen freien grenzüberschreitenden Zugang zu Medienangeboten in ihrer Sprache ermöglichen.
Im deutsch-dänischen Grenzland haben wir gelernt, Grenzen zu überwinden. Das sollte endlich auch digital gelten.“