Press release · 10.09.2026 Seidler zu Verzögerungen bei Korridorsanierungen: Flensburg-Hamburg darf uns nicht wegrotten
"Ich habe die Nase voll davon, dass der Norden bei der Sanierung des Schienennetzes immer weiter hintenangestellt wird", kommentiert der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler die heute von Bahn-Chefin Evelyn Palla angekündigten Verzögerungen bei den Korridorsanierungen.
Die Generalsanierung der Strecke Flensburg-Hamburg war bislang für 2036 vorgesehen. Nun könnte sich der Abschluss der Korridorsanierungen jedoch weit über 2040 hinaus verschieben.
Für den Norden ist das besonders problematisch, so Seidler:
"Die Strecke Flensburg-Hamburg gehört schon heute zu den marodesten der Bundesrepublik. Und sie soll ohnehin als allerletzte Strecke bei den Korridorsanierungen an der Reihe sein. Das allein ist schon schwer vermittelbar. Wenn sie sich jetzt noch weiter verzögert, riskieren wir ernsthaft, dass uns die Schiene unter den Zügen wegrottet. Das können wir uns nicht leisten."
"Gerade jetzt stehen erhebliche zusätzliche Mittel für die Infrastruktur bereit. Das Sondervermögen ist aber bis 2037 begrenzt. Wenn die Generalsanierung unserer Strecke weiter nach hinten geschoben wird, droht sie in eine Zeit zu fallen, in der diese zusätzlichen Mittel längst für andere Projekte ausgegeben sind. Dann haben alle anderen ein Stück vom Kuchen bekommen. Nur wir im Norden gehen leer aus."
Als Berichterstatter für den Verkehrsetat will Seidler in den anstehenden Haushaltsberatungen auf eine frühere Umsetzung drängen:
"Ich habe gerade erst im Bundestag klargemacht: Die Strecke Flensburg-Hamburg braucht eine verlässliche Perspektive. Gerade weil sich die Fehmarnbeltquerung weiter verzögert, brauchen wir schon heute eine strapazierfähige Verbindung über den Jütlandkorridor nach Dänemark. Ich frage mich, ob der Bund das überhaupt auf dem Schirm hat. Deshalb muss auch das Land Schleswig-Holstein jetzt Druck machen. Gemeinsam haben wir dafür gekämpft, dass die Strecke überhaupt auf die Liste der Korridorsanierungen kommt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass sie auch saniert wird."