Press release · 26.09.2026 SSW-Parteitag nominiert Christian Dirschauer zum Spitzenkandidaten

Der SSW zieht mit Christian Dirschauer (45) an der Spitze in die Landtagswahl 2027. Der Landesparteitag nominierte den Vorsitzenden der SSW-Landtagsfraktion heute in Flensburg mit überwältigender Mehrheit zum Spitzenkandidaten.

Dirschauer wurde in schriftlicher Abstimmung mit 100 Ja- und 5 Gegenstimmen nominiert, was einer Zustimmung von 95 Prozent entspricht.

Der 45-jährige Flensburger machte in seiner Rede deutlich, dass er den Wahlkampf vor allem mit einem sozialen und alltagsnahen politischen Angebot führen wolle.

Als Minderheitenpartei liege es in der DNA des SSW, die Stimme immer dann zu erheben, wenn Menschen von der Politik übersehen werden, betonte Christian Dirschauer. Der Politikverdruss habe mittlerweile bedenkliche Ausmaße angenommen.

„Dabei erwarten die Menschen gar keine Wunder von der Politik. Sie erwarten einfach nur, dass das Land funktioniert“.

Dirschauer verwies dabei auch auf seinen eigenen Lebensweg. Als Sohn eines Maurers und Arbeiterkind sei er nicht „mit dem goldenen Löffel im Mund“ aufgewachsen. Er arbeitete viele Jahre bei der Stadt Flensburg und arbeitete sich dort bis zum Personalratsvorsitzenden hoch. Diese Erfahrungen hätten seinen politischen Blick geprägt.

Inhaltlich stellte Dirschauer vier Schwerpunkte in den Mittelpunkt des kommenden Wahlkampfs: mehr Orientierung an skandinavischen Lösungen, eine stärkere Entlastung der Menschen, eine Wirtschaftspolitik mit Schwerpunkt auf Mittelstand und regionaler Wertschöpfung sowie einen Staat, der im Alltag wieder verlässlich funktioniert.

Von Skandinavien lernen

„Mehr Norden tut Schleswig-Holstein gut“, sagte Dirschauer. Gerade der skandinavische Wohlfahrtsstaat mit seiner sozialen Verantwortung und größeren Chancengleichheit sei für ihn ein Vorbild. Auch die deutsch-dänische Zusammenarbeit wolle er weiter stärken.

Dass der Blick nach Norden weit über die eigene Anhängerschaft hinaus Zustimmung findet, hob auch die SSW-Landesvorsitzende Sybilla Nitsch hervor. Nach einer vom SSW in Auftrag gegebenen INSA-Umfrage sprechen sich rund 70 Prozent der Befragten dafür aus, dass Schleswig-Holstein sich politisch stärker an skandinavischen Lösungen orientiert.

Nitsch sagte: „Unser Land braucht eine Politik, die sich auf das konzentriert, was für die Menschen wirklich zählt. Das Leben muss bezahlbar sein. Wirtschaft und Infrastruktur müssen funktionieren. Und die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass der Staat seine Aufgaben erfüllt.“

Mittelstand statt Konzernwetten

Ein besonderes Augenmerk will der SSW im Wahlkampf auf die heimische Wirtschaft und den Mittelstand legen.

Dirschauer kritisierte die bisherigen Prioritäten der schwarz-grünen Wirtschaftspolitik:

„Während Prestigeprojekten wie Northvolt Steuermillionen hinterhergeworfen werden, muss der Handwerksmeister um die Ecke ohne Förderung auskommen. Es wird Zeit, dass wir wieder zuerst die heimische, regionale Wirtschaft unterstützen, die dieses Land am Laufen hält“.

Menschen entlasten: Fördern statt fordern

Auch bei der Entlastung der Menschen müsse Politik nach Ansicht Dirschauers ihren Ansatz verändern.

Der Staat müsse die Menschen in die Lage versetzen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und notwendige Veränderungen mitzugehen, anstatt ihnen lediglich zusätzliche Anforderungen und Belastungen aufzuerlegen.

So setze sich der SSW etwa für eine soziale Energiewende, zu der alle Menschen beitragen und von der alle Menschen profitieren können. Neben der Einführung eines Landesgehörlosengelds und besserer Unterstützung für pflegende Angehörige setzt der SSW zudem auf weitere Entlastungen bei den Kitagebühren.

Der Staat muss funktionieren

Landesvorsitzende Nitsch verband diese Forderungen mit einer deutlichen Kritik am Zustand von Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen in Schleswig-Holstein.

Ob Bahn, Fähren, Straßen, Schulen, Gesundheitsversorgung oder Verwaltung: Entscheidend sei für die Menschen, ob der Staat in ihrem Alltag funktioniere.

„Die Menschen beurteilen Politik nicht nach abgehaltenen Pressekonferenzen. Sie beurteilen Politik nach ihrem Alltag“, sagte Nitsch.

Und genau hier habe die Landesregierung in den letzten Jahren kein gutes Bild abgegeben. Ob bei den Klimazielen oder der Infrastruktur, das Bild sei immer dasselbe: „Die Ankündigungen sind stets groß. Aber das Ergebnis läuft meist den eigenen Ansprüchen hinterher“, so die SSW-Vorsitzende.

Mit der Nominierung Dirschauers und dem Entschließungsantrag „Landtagswahl 2027: Der SSW will Schleswig-Holstein zukunftsfest machen“ stellte der Landesparteitag zugleich zentrale politische Leitlinien für die Landtagswahl 2027 auf.

Die formale Wahl der vollständigen SSW-Landesliste findet auf einem außerordentlichen Landesparteitag im Dezember statt. 

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