Pressemeddelelse · Kiel · 23.02.2021 SSW-Ratsfraktion Kiel: Sichtachsen durch Umweltfrevel - Höffner darf nicht ungehindert Tatsachen schaffen

Der BUND hat Vorwürfe geäußert, dass Möbel Höffner mit den Rodungen am Prüner Schlag Tatsachen geschaffen hat, indem es Sichtachsen herstellte, die dem Unternehmen nützen. Die SSW-Ratsfraktion Kiel unterstützt die Naturschutzorganisation in der Auffassung, dass der Konzern durch sein Vorgehen keinen Vorteil erzielen darf. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Ratsherr Marcel Schmidt:

„Der BUND wirft Möbel Höffner vor, durch die Abholzungen auf den Ausgleichsflächen am Prüner Schlag Sichtachsen zu den dort entstehenden Gebäuden hergestellt zu haben. Die Resultate dieses Vorfalls, der vom Möbelkonzern als Versehen eines einzelnen Baggerfahrers deklariert wird, bieten Höffner eindeutige Vorteile. Wir können die Auffassung vom BUND sehr gut nachvollziehen. Es ist ein falsches Zeichen, wenn wir zulassen, dass Höffner aus dieser Fehlleistung auch noch Nutzen schlagen kann: Das Verhalten darf sich unterm Strich nicht für den Konzern lohnen, ansonsten setzen wir fatale Anreize für andere Vorhabenträger, die mit ihren Umweltauflagen nicht zufrieden sind.

In der gleichen Veröffentlichung widerspricht der BUND den Aussagen der Landeshauptstadt Kiel, dass Neuanpflanzungen erst ab Herbst möglich seien. Wir sind irritiert, dass die Fachleute über die Wiederherstellung der Begrünung und die verschiedenen Zeitpunkte so unterschiedliche Auffassungen haben. Deswegen fordern wir, dass die Umweltverbände wie z.B. BUND und NABU in die Aufarbeitung und Wiederherstellung der zerstörten Grünflächen miteinbezogen werden. Wir würden es begrüßen, wenn diesbezüglich ein einheitlicher Standpunkt entwickelt werden kann, denn Baumfällungen sind momentan ein Thema, das nicht nur Kiel bewegt.

Wir schließen uns den Vorschlägen des BUND zur konkreten Neubepflanzung der gerodeten Gebiete an. Die Anpflanzung von bereits hochgewachsenen Bäumen und Büschen bietet einen wesentlichen ästhetischen Mehrwert. Wir würden lieber möglichst schnell auf eine neue Bepflanzung schauen, als auf den Möbelmarkt, dessen äußere Gestaltung im Bauausschuss bereits kontrovers diskutiert worden ist.“

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