Press release · 14.02.2018 Eine abenteuerliche Begründung

Zum Änderungsantrag der Jamaika-Koalition zum Sonn- und Feiertagsgesetz (Umdruck 19/636) auf Einführung des Reformationstags als schleswig-holsteinischen Feiertag erklärt der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms:

Dass ein Reformationstag als Feiertag mehr spaltet als verbindet, haben wir bereits mehrfach betont. Nicht ohne Grund ist dieser Vorschlag bereits in der Anhörung durchgefallen: Nicht einmal die christlichen Kirchen konnten sich darauf verständigen. Und die Bürgerinnen und Bürger würden ohnehin einen Sommertag ohne religiösen Bezug bevorzugen statt eines kirchlichen Feiertags im nasskalten Herbst. 

Mittlerweile dürfte dennoch fest stehen: Der Reformationstag wird kommen. Denn nach SPD und AfD hat nun auch die Jamaika-Koalition einen eigenen Vorschlag für den Reformationstag eingebracht. Das war natürlich zu erwarten. Die Begründung hingegen hat mich schlicht umgehauen: 

Zwar „gehören viele Menschen in unserem Land nicht dem protestantischen Glauben an oder stehen Martin Luther oder den Kirchen kritisch gegenüber“, wie Jamaika immerhin selbst erkennt. Mit der Einführung des Feiertags verbinde man deshalb „die Hoffnung, dass dieser Tag Chancen bietet für einen reflektierten Umgang mit Fragen zu Religion und Gesellschaft.“ 

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Den Kritikern soll mit anderen Worten der reflektierte Umgang mit Luther und den Kirchen per Feiertag eingetrichtert werden. Ich fasse es nicht. 

Doch bei aller Absurdität: Unterm Strich können wir festhalten, dass unsere Feiertagsinitiative für Schleswig-Holstein immerhin insofern erfolgreich war, dass die Menschen tatsächlich einen freien Tag mehr im Jahr bekommen. Es ist kein Geheimnis, dass wir einen Sommertag und einen Anlass bevorzugt hätten, der verbindet statt zu spalten. 

Andererseits ging es uns vor allem auch darum, die Ungerechtigkeit bei der Anzahl der Feiertage in den Bundesländern ein Stück weit auszugleichen.  Daher werden wir selbstverständlich nicht gegen einen Reformationstag stimmen. 

Weitere Artikel

Press release · Slesvig-Flensborg · 23.04.2026 Küstenschutz darf nicht an klammen Kassen und Zuständigkeiten scheitern

Trotz steigender Wasserstände und Jahrhundertsturmflut: Wie der Küstenschutz entlang der Schlei künftig gesichert werden soll, bleibt weitgehend offen. Das ergab eine Kleine Anfrage des SSW zur Gefährdungslage, zu Zuständigkeiten und zu geplanten Schutzmaßnahmen in der Region. Hierzu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Press release · Flensborg · 23.04.2026 Minderheitenpolitik ist kein Randthema

Rede des SSW-Fraktionsvorsitzenden Mats Rosenbaum zu TOP 9: Resolution zur Beibehaltung des Berichtswesens über den Schutz und die Förderung nationaler Minderheiten an die Landesregierung und den Landtag Schleswig-Holstein-RV 24/2026

Weiterlesen

Press release · 21.04.2026 Nach Marschbahngipfel auf Sylt: SSW drängt auf Umsetzung und gesicherte Finanzierung

Die Ergebnisse des heutigen Marschbahngipfels auf Sylt kommentieren der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler und die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion Sybilla Nitsch wie folgt:

Weiterlesen