Press release · 25.08.2026 Hier ist kein Platz für Antisemitismus!
Zur heutigen Vorstellung des Landesaktionsplans gegen Antisemitismus und für die Förderung der Sichtbarkeit des jüdischen Lebens erklärt die innenpolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:
Schleswig-Holstein ist ein Land der Vielfalt, des friedlichen Zusammenlebens von Minderheiten und Mehrheit, von gelebter Toleranz und gegenseitigem Respekt. Deshalb gehört es zu unseren wichtigsten Aufgaben, uns für den Schutz derer einzusetzen, die unterdrückt, beschimpft, bedroht oder gar körperlich angegriffen werden. Als SSW begrüßen wir daher ausdrücklich die Weiterentwicklung des Landesaktionsplans gegen Antisemitismus und für die Förderung der Sichtbarkeit des jüdischen Lebens. Er sendet das wichtige Signal: Hier ist kein Platz für Antisemitismus!
Doch auch der zweite Teil des Titels hat eine ganz wichtige Dimension: Wir alle müssen dafür sorgen, die jüdische Kultur und jüdisches Leben sichtbarer zu machen, daran teilzunehmen und andere dazu einzuladen. Über Antisemitismus sprechen ist wichtig – aber wir dürfen eben nicht vergessen, all die positiven Geschichten zu erzählen. Deshalb freuen wir uns besonders auf die jüdischen Kulturtage im Frühjahr, die der neue Plan vorsieht. Denn Wissen ist die beste Prävention. Doch leider sind die Wissenslücken groß, wie viele Studien zeigen. Es ist aus unserer Sicht richtig, ganz viele Maßnahmen im Bereich der Schulen und Hochschulen anzusetzen. Aber es gilt zu bedenken, dass das Personal an Schulen und Hochschulen schon jetzt am Limit und darüber hinaus arbeitet. Wir müssen deshalb auch ausreichend Raum und Ressourcen schaffen, damit diese elementaren Inhalte authentisch und überzeugt vermittelt und umgesetzt werden können.
Für den SSW ist außerdem besonders die Gedenkstättenarbeit und Erinnerungskultur ein wichtiger Bestandteil der Antisemitismus-Prävention. Denn nur in Gedenken und Erinnerungen an die Vergangenheit können wir die Zukunft und Gegenwart lehrreich gestalten. Das ist echte Basisarbeit an unserer Demokratie.
Mein ausdrücklicher Dank gilt den jüdischen Landesverbänden und dem Landesbeauftragten Gerhard Ulrich für ihren unermüdlichen Einsatz.