Tale · 18.02.2016 Veränderte Rahmenbedingungen brauchen neue Antworten auf die Frage, wie wir Unterricht verbessern können

Jette Waldinger-Thiering TOP 46 - Bericht zur schulischen Qualitätsentwicklung und Qualitätsentwicklung an den Schulen in Schleswig-Holstein

Mir ist durchaus klar, dass nicht jeder hier im Haus und auch nicht jeder Verband den gleichen Eindruck hat. Aber für den SSW muss ich deutlich sagen: Wir sind heilfroh über die Tatsache, dass wir die Zeit der ewigen Strukturdebatten hinter uns gelassen haben. Nach unserer Überzeugung muss Bildung Chancen eröffnen - und keine Steine in den Weg legen. Deshalb setzt Rot-Grün-Blau auf längeres gemeinsames Lernen, statt auf Schubladisierung. Und auf die möglichst inklusive Beschulung von Kindern mit Förderbedarf. Unnötige Hürden und das frühzeitige Aussortieren sind Ansätze von vorgestern. Wir wollen möglichst kein Kind zurücklassen und allen gute Bildungschancen bieten. Am Ende soll jeder Schüler und jede Schülerin den für sie oder ihn bestmöglichen Abschluss machen können. 

Aus Sicht des SSW haben wir hierfür mit unserem Schulgesetz und der reformierten Lehrerbildung eine gute und solide Basis geschaffen. Nicht zuletzt, weil wir diese Dinge gemeinsam mit den Betroffenen auf den Weg gebracht haben. Aber neben den gesetzlichen Grundlagen haben wir bekanntlich auch die personelle Ausstattung ganz erheblich korrigiert. Soll heißen: Wir haben den Abbaupfad der Vorgänger verlassen und um die 2000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Außerdem bauen wir die Schulsozialarbeit aus und investieren massiv in die Schulassistenz. Diese Maßnahmen sorgen schon heute für deutlich bessere Lehr- und Lernbedingungen an unseren Schulen.

All das bedeutet ausdrücklich nicht, dass für die Zukunft weniger Arbeit vor uns liegt. Allein der zahlenmäßige Anstieg der Menschen, die zu uns flüchten stellt uns natürlich vor neue Herausforderungen. Viele sind im schulpflichtigen Alter und müssen von unseren Schulen nicht nur aufgenommen sondern selbstverständlich auch bestmöglich beschult werden. Gerade vor diesem Hintergrund geht es nicht nur um die reine Unterrichtsversorgung. Es geht auch um die Qualität von Schule und Unterricht. Veränderte Rahmenbedingungen brauchen nun mal neue Antworten auf die Frage, wie wir den Unterricht verbessern können. Ich denke, wir alle sind deshalb gut beraten, wenn wir in Zukunft noch stärker die Schul- und Unterrichtsentwicklung in den Fokus nehmen.

Der vorliegende Bericht zeigt die vielfältigen Maßnahmen, die spätestens in der Phase nach PISA zur Verbesserung und zur Sicherung der Qualität des Bildungssystems ergriffen wurden. So wurden zum Beispiel Bildungsstandards erarbeitet, die allen Betroffenen Orientierung und ein gewisses Maß an Vergleichbarkeit bieten. Durch Testverfahren können nicht nur die Leistungen der einzelnen Länder verglichen, sondern auch Aussagen über die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen getroffen werden. Diese Ansätze zeigen ganz unbestritten Wirkung. Aber landesspezifische Maßnahmen sind und bleiben in meinen Augen mindestens genauso wichtig.

In diesem Zusammenhang hat nicht nur der Übergang Schule-Beruf höchste Priorität. Auch die Weiterentwicklung der inklusiven Schule und der Fachanforderungen für ausgewählte Fächer kommt eine große Bedeutung zu. Der Leistungstest „Vera“ soll ausgeweitet und die Zahl der teilnehmen Schulen nach Möglichkeit erhöht werden. Dies erfolgt natürlich genauso auf freiwilliger Basis, wie die sinnvolle Wiedereinführung der externen Evaluation von Schulen. Ich denke, nicht zuletzt durch diese Daten, und die geplante Aufbereitung im Landesbildungsbericht, können wir Schule fundiert weiterentwickeln. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit den Lehrerinnen und Lehrern, den Schüler- und Elternvertretungen und den Verbänden gehen. 

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