Pressemitteilung · 13.02.2025 Frauengesundheit in Schleswig-Holstein: Anhörung zeigt dringenden Handlungsbedarf

Zur heutigen Anhörung im Sozialausschuss zum Thema Frauengesundheit erklärt die frauenpolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Jette Waldinger-Thiering:

Die gesundheitliche Versorgung von Frauen in Schleswig-Holstein muss dringend verbessert werden. In mehreren zentralen Bereichen besteht akuter Handlungsbedarf, um eine gerechte, barrierefreie und geschlechtersensible Gesundheitsversorgung sicherzustellen.
Frauen sind eben keine Männer – dennoch wird dies in Forschung, Diagnostik und Behandlung noch zu wenig berücksichtigt. Besonders bei Herzinfarkten zeigen sich gravierende Lücken: Weibliche Symptome werden oft nicht erkannt, was zu lebensgefährlichen Fehldiagnosen führt. Eine bessere Schulung von medizinischem Personal und eine stärkere Verankerung geschlechtersensibler Medizin in der Ausbildung sind essenziell.
Mit zehn Jahren dauert es in Deutschland durchschnittlich viel zu lange, bis Endometriose diagnostiziert wird. Die heutige Anhörung unterstreicht die Notwendigkeit, spezialisierte Zentren auszubauen, betroffene Frauen besser zu unterstützen und Ärzte stärker für diese weit verbreitete Erkrankung zu sensibilisieren.
Ein weiteres großes Problem ist der unzureichende Zugang zur Gesundheitsversorgung für Frauen mit Behinderung. Noch immer gibt es zu wenige barrierefreie Arztpraxen, und auch in der gynäkologischen Versorgung besteht erheblicher Nachbesserungsbedarf. Schleswig-Holstein muss sicherstellen, dass Präventions- und Behandlungsangebote für alle Frauen gleichermaßen zugänglich sind.
Frauen sind überdurchschnittlich oft von Armut betroffen, insbesondere im Alter. Dies hat direkte Auswirkungen auf ihre Gesundheit. Die Anhörung macht deutlich, dass finanzielle Hürden in der Gesundheitsversorgung abgebaut und Präventionsangebote gezielt für einkommensschwache Frauen ausgebaut werden müssen.
Die Schließung von Kreißsälen, insbesondere in ländlichen Regionen, stellt ein ernstes Problem dar. Schwangere müssen zunehmend längere Wege zu Geburtskliniken in Kauf nehmen, was das Risiko für Komplikationen erhöht. Die heutige Anhörung verdeutlichte, dass Schleswig-Holstein dringend in die flächendeckende Versorgung der Geburtshilfe investieren muss.
Ob Krebsvorsorge, gynäkologische Untersuchungen oder Maßnahmen zur psychischen Gesundheit – Prävention muss gestärkt und für alle Frauen zugänglich gemacht werden. Präventionsangebote müssen stärker an die spezifischen Bedürfnisse von Frauen angepasst und aktiv beworben werden.
Die heutige Anhörung beweist einmal mehr, dass strukturelle Probleme in der Frauengesundheit nicht länger ignoriert werden dürfen. Schleswig-Holstein muss konsequente Maßnahmen ergreifen, um eine gerechte, hochwertige und geschlechtersensible Gesundheitsversorgung sicherzustellen.
 

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