Pressemitteilung · 21.10.2026 Bahn-Chaos: Madsens Versprechungen bleiben wieder einmal auf der Strecke
Zu den Lieferverzögerungen bei den 42 neuen Alstom-Zügen für Schleswig-Holstein erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:
„Das nächste Bahn-Desaster ist da. Die neuen Züge kommen zu spät, und ausgerechnet für den ohnehin gebeutelten Norden drohen weitere Verschlechterungen. Besonders bitter ist das für die Menschen im Grenzland: Ab Dezember wird die bisherige Zugverbindung zwischen Flensburg und Dänemark eingestellt. Für das gesamte Jahr 2027 sind Ersatzbusse vorgesehen. Die versprochene durchgehende RE7-Verbindung von Hamburg über Flensburg nach Tinglev wurde bereits auf 2028 verschoben. Nun gefährden die Lieferprobleme auch diesen Zeitplan.
Die Folgen dieser Verzögerungen baden wieder einmal die Fahrgäste aus. Wir reden hier nicht über eine verspätete Paketlieferung. Es geht um Menschen, die täglich zur Arbeit pendeln, zum Arzt müssen oder auf funktionierende Anschlüsse angewiesen sind. Die können ihre Arbeitszeiten, Arzttermine und Anschlüsse schließlich auch nicht einfach um ein Jahr verschieben.
Natürlich trägt Alstom die Verantwortung für die verspäteten Züge. Aber Madsen kann die Verantwortung für den öffentlichen Nahverkehr nicht beim Hersteller abladen. Ein empörter Kommentar aus dem Ministerium bringt keinen einzigen Zug auf die Schiene.
Der Minister muss jetzt unverzüglich einen belastbaren Notfallplan vorlegen: Welche Ersatzfahrzeuge stehen tatsächlich zur Verfügung? Wie wird der Betrieb zwischen Hamburg und Flensburg gesichert? Und wie verhindert er, dass die versprochene Verbindung nach Dänemark noch weiter verschoben wird?
Ich habe die Landesregierung bereits am vergangenen Freitag mit einer Kleinen Anfrage zu den Lieferproblemen und ihren Folgen für den RE7 konfrontiert. Jetzt erwarten wir konkrete Antworten. Ein jahrelanger Ersatzverkehr darf nicht zur neuen Normalität im deutsch-dänischen Grenzland werden.“