Pressemitteilung · Kiel · 06.02.2025 TenneT-Umspannwerk in Kiel: nicht ohne die Anwohnenden planen

Zu den Ergebnissen der Infoveranstaltung des Netzbetreibers TenneT für die Planungen des Umspannwerks auf Kieler Territorium erklärt Ratsherr Marcel Schmidt, Vorsitzender der SSW-Ratsfraktion Kiel:

„Die gemeinsame Sitzung der Ortsbeiräte Wellsee/Kronsburg/Rönne und Meimersdorf/Moorsee, bei denen das Unternehmen TenneT seine Planungen für ein Umspannwerk zwischen Moorsee und Rönne vorgestellt hat, verlief nicht im Sinne der Anwohnenden, die in der Sitzung zahlreich und interessiert vertreten waren. TenneT hatte kein offenes Ohr für die Sorgen der Menschen vor Ort und erst recht kein Interesse daran, ihnen in der Planung entgegenzukommen. 

TenneTs Argumentation lässt darauf schließen, dass das Unternehmen seine Wahl für Kiel als Standort des Umspannwerks ganz offensichtlich aus Kostengründen getroffen hat. So wären beispielsweise für einen Standort in Quarnbek längere Leitungen zu verlegen gewesen. Bei einem so einem starken Eingriff in die Umwelt und die Entwicklung einer Stadt sind solche primär finanziellen Erwägungen für uns jedoch kein ausreichender Grund für eine Entscheidung für den Kieler Standort.

TenneT hat uns mit seiner sehr einseitigen Kommunikationsstrategie deutlich gemacht, dass man gar keine Kompromisse eingehen möchte. Die Sichtweisen und Einwände der Stadt, ihrer Bürger*innen und der Kieler Selbstverwaltung finden dort keine Berücksichtigung. Wir stellen uns die Frage, wie es sein kann, dass ein Unternehmen einen Eingriff dieser Größenordnung mehr oder weniger eigenmächtig festsetzen und die Belange der Stadt derartig außen vor lassen kann. Viele Jahre an stadtplanerischer Arbeit sind bisher in den Kieler Süden geflossen, die jetzt in Teilen zunichte gemacht wird durch die einsame Entscheidung eines Unternehmens, dem der Gesetzgeber offenbar die Macht gegeben hat, seinen Willen auch gegen Widerstände durchzusetzen. 

Es steht zu befürchten, dass die vermeintlichen Vorteile für TenneT durch die jetzt vorgelegte schnelle Planung und Umsetzung sich wieder ausgleichen werden. Sie sorgen für Gegenwehr bei den Anwohnenden, die während und nach der Fertigstellung des Projekts an anderer Stelle erhebliche Reibungsverluste erzeugen kann. TenneT muss sich fragen, ob das der richtige Weg ist.“

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