Rede · 18.09.2026 Endlich Chancengleichheit in der Bildung schaffen!

„Es wurden in den letzten Jahrzehnten bereits viele Grundschulen an der Westküste geschlossen oder zusammengelegt und zu den Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe ist der Weg oft weit. Deshalb kann es dazu führen, dass der Wohnort den Bildungsweg vorgibt und es somit keine Chancengleichheit gibt.“

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 33 - Für eine gute Schulentwicklung an der Westküste 
Regionale Bedarfe berücksichtigen- Schulentwicklung und Bildungsgerechtigkeit in Schleswig-Holstein stärken (Drs. 20/2481, Drs.20/4566)

Nach den verheerenden Ergebnissen der aktuellen PISA-Studie ist es jetzt wirklich wichtig, nachhaltige und effektive Maßnahmen zu ergreifen, die vor allen zur Chancengleichheit in der Bildung in Schleswig-Holstein führen.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass wir in den ländlichen Gebieten, wie an der Westküste, eine ausgewogene Verteilung von Schulangeboten und Abschlussmöglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler möglich machen.
Alle Schülerinnen und Schüler müssen die gleichen Möglichkeiten und Chancen erhalten, ihren gewünschten Schulabschluss oder ihre gewünschte berufliche Ausbildung abzuschließen.
Es wurden in den letzten Jahrzehnten bereits viele Grundschulen an der Westküste geschlossen oder zusammengelegt und zu den Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe ist der Weg oft weit. Deshalb kann es dazu führen, dass der Wohnort den Bildungsweg vorgibt und es somit keine Chancengleichheit gibt.
Im Alternativantrag der Koalition wird allerdings behauptet, dass die aktuelle Schulentwicklung zur Chancengleichheit beiträgt.
Die Maßnahmen wie zum Beispiel die Abordnung Plus, Anwärtersonderzuschlag oder der Masterplan der beruflichen Bildung, werden im Antrag aufgezählt. Sie sind aber alles keine Maßnahmen, die an der Tatsache etwas ändern, dass viele Schülerinnen und Schüler, besonders nach der vierten Klasse, lange Schulwege haben und ihre regionale Gemeinschaft früh verlassen müssen.
Besonders in den ländlichen Regionen besteht oft eine starke, regionale Bindung, deshalb überlegen sich die Familien genau, ob sich der lange Weg zu einem Gymnasium oder einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe wirklich lohnt oder man sich einfach für die nächstliegende Gemeinschaftsschule entscheidet.
In der Anhörung zu den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufen, wurde noch mal deutlich beschrieben, dass trotz der Kooperationsvereinbarung zwischen den Gemeinschaftsschulen mit und ohne Oberstufen, die Barrieren zum Abitur auf der Gemeinschaftsschule ohne Oberstufe deutlich höher sind als auf den Schulen mit Oberstufe.
Die deutschen Ergebnisse der Pisa Studie haben erneut gezeigt, dass der Bildungserfolg in unserem Land noch immer viel zu stark von der sozialen Herkunft abhängt- deshalb dürfen wir die Chancenungleichheit nicht noch verstärken.
Wenn man die von der Koalition aufgezählten  Maßnahmen tatsächlich umgesetzt bekommt und sie fruchten und es dann gelingt, ausreichend Lehrkräfte an die Westküste zu holen, dann sorgen Sie doch auch dafür, dass die kleinen Grundschulen in den Dörfern erhalten bleiben.
Denn gerade die kleinen Schulen in den Dörfern sind mehr als nur Lehreinrichtungen. Sie sind oft ein Dorfmittelpunkt und sie sind eng mit den lokalen Sport- und Kulturvereinen verknüpft und somit ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft.
Außerdem müssen die Ressourcen genutzt werden, um an weiteren Gemeinschaftsschulen Oberstufen zu etablieren. Auch wenn es nur kleine Oberstufen sein werden.
Ich nehme sie beim Wort Liebe Koalition, holen Sie die Lehrkräfte an die Westküste und gestalten Sie die Schulstandorte in Dithmarschen und Nordfriesland bildungsgerecht.

 

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