Pressemitteilung · 24.04.2026 Schwangerschaftsabbrüche in Flensburg: Landesregierung ist nicht an Lösungen interessiert

Wie will das Land nach dem Wegfall des Angebots von klinischen Schwangerschaftsabbrüchen in Flensburg die ausreichende Versorgung von Frauen sicherstellen? Zu diesem Thema hat die SSW-Fraktion zwei kleine Anfragen an die Landesregierung gestellt. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher und Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Die Antworten auf unsere Anfragen rund um die Versorgungslage mit Schwangerschaftsabbrüchen in Flensburg und die Pläne für ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) am neuen Gesundheitscampus sind mehr als enttäuschend. Die Landesregierung duckt sich weiter weg, versteckt sich hinter vermeintlich Entwarnung gebenden Statistiken und blendet dabei komplett aus, dass die Region Flensburg de facto nach der Diako-Übernahme durch die Malteser die Versorgung mit klinischen Schwangerschaftsabbrüchen weitestgehend verloren hat.

Auch der ständige Verweis auf die angeblich so geringe Nachfrage klinischer Aufenthalte in diesem Zusammenhang hinkt. Denn ob stationär oder ambulant: Es geht um ein Sicherheitsgefühl für die Frau in einer emotionalen Ausnahmesituation. Komplikationen können immer auftreten, und da ist die Klinik für viele die erste Wahl vor einer normalen gynäkologischen Praxis. Das ist zutiefst menschlich und nachvollziehbar. Und aus diesem Grund wundern wir uns auch, dass die Landesregierung sich trotzdem weiter hinter Paragrafen versteckt, statt die schon jetzt schlechte Versorgungslage bei operativen Eingriffen und in Aussicht stehende weitere Verschlechterung anzuerkennen.

Wir haben in unseren Anfragen außerdem nachgehakt, wie sich die Regierung zu Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für ein geplantes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) bzw. eines ambulanten Operationszentrums auf dem Gesundheitscampus Peelwatt in Flensburg positioniert. Dieses wäre immerhin eine Möglichkeit, um die entstandene Versorgungslücke aufzufangen. Hier lassen die Antworten deutlich erkennen: Es besteht kein Interesse! Mit Verweisen auf die „Haushaltslage“ wird das Thema abgebügelt und darüber hinaus alle von uns abgefragten Finanzierungsmöglichkeiten als problematisch dargestellt. Zwischen den Zeilen liest sich deutlich: Für den Betrieb eines MVZ am Peelwatt werden keine Möglichkeiten gesehen.

Wir gewinnen zunehmend den Eindruck, dass die Landesregierung versucht, ein riesiges Problem klitzeklein zu reden und auszusitzen. Das werden wir nicht hinnehmen. Als SSW bleiben wir am Ball und werden uns weiterhin dafür stark machen, dass die Region Flensburg gesundheitspolitisch nicht abgehängt wird und Frauen nicht im Regen stehen gelassen werden.

Zu den kleinen Anfragen:
MVZ-FL_drucksache-20-04302.pdf

Foerderung-MVZ_drucksache-20-04303.pdf

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