Rede · 21.11.2025 Die jungen Menschen aktiv einbinden!

„Für die kommende Ostseeparlamentarierkonferenz in Schleswig-Holstein sollten wir insbesondere die Jugendbeteiligung nochmal verstärkt in den Fokus nehmen. Die jungen Menschen sind die Zukunft unserer Demokratien.“

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 18 - Umsetzung der Beschlüsse der 34. Ostseeparlamentarierkonferenz (Drs. 20/3676 (neu))

Über viele Jahre war die Ostsee das verbindende Element zwischen den Ostsee-Anrainerstaaten. Sie hat uns näher zusammengerückt, die Seewege zu vielen unserer Ostsee-Nachbarn sind kurz. In den letzten Jahren ist die Ostsee leider immer öfter zum Schauplatz geopolitischer Auseinandersetzungen geworden. Sabotage an Seekabeln und Leitungen, die Fahrten der russischen Schattenflotte, Sichtungen von U-Booten, die keinem NATO-Staat zugeordnet werden können. Russland macht Ernst mit seinen Drohungen gegen die Ostsee-Anrainer. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine sehen wir zunehmend gezielte Provokationen von russischer Seite, die sich im Ostseeraum abspielen. 
Daher ist es von unschätzbarem Wert, dass die Ostseestaaten im Rahmen der Ostseeparlamentarier-Konferenz in Mariehamn das Signal ausgesendet haben, dass die Staatengemeinschaft unverbrüchlich an der Seite der Ukraine steht, aber auch, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen. Dass wir zusammen die Aufgabe annehmen, die Resilienz unserer Region gegen jegliche Angriffe von außen zu stärken, dass wir als demokratische Staaten zusammenstehen und das Signal aussenden: wir stehen ein für eine friedliche und demokratische Ostseeregion. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir die Ostsee als Naturraum bewahren und schützen. Deutlich stärker, als wir das bisher getan haben. 
Um die Fischbestände in der Ostsee steht es schlecht. Um die Zukunft der Küstenfischerei ebenso. Hier braucht es einen Ausgleich: auf der einen Seite müssen wir Fangmengen so deutlich beschränken, dass die Bestände sich erholen können, auf der anderen Seite müssen wir den kleinen Küstenfischern, nicht den industriellen Großtrawlern, eine Perspektive für die Zukunft aufzeichnen. Damit aber die Fische, die die Fischer wegen strengerer Fangquoten künftig in der Ostsee lassen, nicht direkt vom Kormoran aufgefressen werden, müssen wir endlich über ein gemeinsames europäisches Management nachdenken. 
Um auch in Zukunft friedlich mit der Ostsee leben zu können, müssen wir gemeinsam auch den Klimaschutz und die notwendigen Klimaanpassungen vorantreiben. Je höher der Meeresspiegel steigt, umso mehr wird auch die Ostsee zur Bedrohung für die Menschen, die an den Küsten leben. Hier spielt die Energiewende eine bedeutende Rolle. Nur wissen wir auch, dass es nicht genügt, diese in der Ostseeregion umzusetzen.

Um den Anstieg der Temperaturen und des Meeresspiegels zu begrenzen, müssen alle großen Industriestaaten mitziehen. Hier kann Schleswig-Holstein mit seinen ambitionierten Klimazielen als Vorbild für viele andere Staaten fungieren. Wobei es auch richtig und wichtig ist zu betonen, dass die Energiewende bezahlbar sein muss. Und zwar für alle Menschen in Europa. 
Überall in der Ostseeregion können wir beobachten, dass immer mehr junge Menschen sich von der Politik und der europäischen Idee abwenden. Hier müssen wir gegensteuern, indem die jungen Menschen aktiv eingebunden werden. Es ist richtig und wichtig, dass die Rolle der Jugend in der Resolution aufgegriffen wird. Für die kommende Ostseeparlamentarierkonferenz in Schleswig-Holstein sollten wir insbesondere die Jugendbeteiligung nochmal verstärkt in den Fokus nehmen. Die jungen Menschen sind die Zukunft unserer Demokratien. Damit sie dafür einstehen, müssen sie wissen, was auf dem Spiel steht. Und sie müssen erleben, dass Demokratie ganz praktisch Teilhabe ermöglicht. Allein können wir die Herausforderungen der Zukunft nicht meistern, wenn wir aber zusammenstehen, können wir viel bewegen. Daran sollten wir in 2026 in Lübeck anknüpfen. 

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