Rede · 25.09.2025 Es drohen Kürzungen und Einschnitte in der Lehramtsausbildung

„Die Europa-Universität-Flensburg ist das beste Beispiel dafür, dass eine neue Grundfinanzierung nicht nach „Schema-F“ an allen Standorten gleich gut funktioniert.“

Jette Waldinger-Thiering zu TOP 13 - Gute Bildung braucht genügend Lehrkräfte (Drs. 20/34188 (neu))

Wenn es um eine Neuausrichtung der Grundfinanzierung unserer Hochschulen in Schleswig-Holstein geht, dann sollte dabei eine Optimierung der Hochschulen entstehen und keine Unterfinanzierung einzelner Standorte oder der Lehramtsausbildung.
Da es hier jetzt im Antrag um die Lehrkräftebildung geht, ist die Europa-Universität-Flensburg das beste Beispiel, dass eine neue Grundfinanzierung nicht nach „Schema-F“ an allen Standorten gleich gut funktioniert.
Gerade die EUF, an der unsere schleswig-holsteinischen Gemeinschaftsschullehrkräfte ausgebildet werden, ist jetzt in finanzielle Schieflage geraten. Ohne Kürzung und Einschnitte in der Lehramtsausbildung wird es der Hochschule nicht gelingen, ihr drohendes Defizit allein auszugleichen.
Auch wenn die Präsidentin im Bildungsausschuss zuversichtlich erklärte, dass man mit guter Planung den Hochschulhaushalt wieder flottbekommt, so wird das ganz offensichtlich nicht ohne Einbußen in der Lehrkräfteausbildung funktionieren.
Deshalb stimmen wir der Forderung des Antrages zu, dass eine Neuberechnung in der Hochschulfinanzierung erfolgen muss, bei der alle Fächer des Lehramtsstudierenden Rechnung getragen wird, statt nur dem willkürlich festgelegten Erstfach.
Zurück zu dem Beispiel der EUF.  Eine der Einsparungen, die laut des Präsidiums gemacht werden muss, liegt im Bereich der Beratung und Begleitung von Studierenden.
Auch die Studierendenzahlen pro Kurs werden steigen und somit wird weniger Zeit für den Einzelnen bleiben. Dabei ist es so wichtig, den Studierenden zur Seite zu stehen, um unnötige Abbrüche und Wechsel zu vermeiden. Wie auch im Antrag erwähnt, sind gerade Lehramtsstudierende häufig die ersten Akademiker in ihren Familien und somit oft im besonderen Maße herausgefordert.
Um die Zahl der Lehramtsstudierenden stabil zu halten und den sinkenden Zahlen entgegenzuwirken, sollten die Mittel und Ressourcen für die Beratung und Begleitung im Studium besser ausgebaut werden. Auch der Übergang an die Schule muss gut begleitet werden. Deshalb muss man statt der 49 Einzelmaßnahmen der „Handlungspakete zur Lehrkräftegewinnung“ besser einzelne konkrete, pragmatische Maßnahmen wie die Beratung und Begleitung an der EUF flächendeckend an den Hochschulen fördern, um Lehrkräfte zu gewinnen.
Wir stimmen dem Punkt 3 zum „effizientere Controlling der Maßnahmen für die Lehrkräftegewinnung“ im Antrag zu.
Vielleicht sind Mittel der „Allianz für Lehrkräftebildung“ noch besser und zielgenauer einzusetzen - beziehungsweise umzuschichten. Über eine Auswertung der Effizienz der einzelnen Maßnahmen würde sich dann auch der Landesrechnungshof freuen.
Letztendlich sinken die Studierendenzahlen fürs Lehramt - und auch wenn die aktuelle Geburtenrate wieder sinkt und vielleicht etwas weniger Schüler und Schülerinnen in den nächsten Jahren auf uns zukommen, so wird im gleichen Zeitraum die „Boomer“ Generation in Rente gehen, beziehungsweise sich bereits in Rente befinde und damit ein Loch in die Personaldecke der Schulen reißen. Da führen ein paar geburtenschwache Jahrgänge höchstens zu einer kleinen Atempause im System, jedoch nicht zur Lösung des Problems.
Grundsätzlich müssen wir jetzt umgehend dafür sorgen, dass unsere Lehramtsstudierenden eine solide Basis für ihre Ausbildung vorfinden und dass sie ganzheitlich auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden.
Denn an den Schulen haben die Lehrkräfte es momentan schon schwer genug, dann sollten wir zumindest dafür sorgen, dass sie gut gerüstet dort ankommen.

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