Pressemitteilung · 13.01.2026 Reform des Rettungsdienstes: Ehrlichkeit über die Folgen fehlt

Zum Reformvorhaben der Landesregierung beim Rettungsdienst erklärt der Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecher der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

„Niemand bestreitet, dass der Rettungsdienst entlastet werden muss. Aber was die Landesregierung als Modernisierung ankündigt, ist eine Priorisierung unter Knappheitsbedingungen – und darüber wird nicht ehrlich gesprochen.
Nach den Plänen der Landesregierung soll künftig früher entschieden werden, wer als Notfall gilt und wer warten muss. Faktisch läuft das auf eine Form von Triage hinaus. Das kann medizinisch sinnvoll sein. Politisch problematisch wird es dort, wo diese Priorisierung zur neuen Normalität wird, weil strukturelle Defizite im Gesundheitssystem bestehen bleiben.
Gerade im ländlichen Raum bedeutet das: längere Wartezeiten, im Zweifel kein Rettungswagen und der Verweis auf Alternativen, die vielerorts nicht verlässlich erreichbar sind.
Der Rettungsdienst fängt seit Jahren Lücken in der Regelversorgung auf. Dass das nicht mehr funktioniert, ist das eigentliche Eingeständnis hinter diesem Gesetzentwurf. Wer Hilfe neu sortieren will, muss sagen, was sich für die Menschen konkret ändert – und wer übernimmt, wenn der Rettungswagen nicht kommt."
 

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