Pressemitteilung · 30.06.2012 Rendite auf dem
 Rücken der Beschäftigten

Auf der heutigen Demonstration vor dem Gewerkschaftshaus in Kiel bekundete der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms, seine Solidarität mit den Beschäftigten des Helios-Konzerns und sprach den Betroffenen Mut zu:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

dass der Helios-Konzern Euch schon kurz nach der Übernahme der Damp-Kliniken dazu treibt, für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße zu gehen, ist eigentlich schon ein Armutszeugnis. Und dann, nur weil 70 Beschäftigte in den Streik treten, 1000 Angestellte zu entlassen mit der Begründung, sie würden aufgrund des Streiks ihre Aufgaben nicht wahrnehmen, ist schlicht eine Frechheit. 

Das Streikrecht ist ein Grundrecht, und dieses Grundrecht hat auch Helios einzuräumen. Wer wegen eines Streiks sein Personal kündigt, handelt rechtswidrig. Deshalb ist es richtig, dass diese Vorgehensweise rechtlich überprüft wird. 

Und, dass auch die Arbeitsagentur deutlich macht, dass die ausgesprochenen Kündigungen nicht rechtens sind, zeigt, dass das Recht auf Eurer Seite ist. Und deshalb unterstützen wir Euch heute in Euren Kampf für Euer Recht.

Die Ankündigung von Helios, 80 Prozent der entlassenen Arbeitnehmer in künftigen Betrieben des Konzerns wieder einzustellen –  zu schlechteren Bedingungen, versteht sich – zeigt, dass es den Verantwortlichen im Konzern nicht um die Qualität der Gesundheits- und Serviceleistungen geht, sondern um kurzfristige Renditen. Anscheinend sind 8% Rendite nicht genug. Nun müssen es 15% sein und das soll auf dem Rücken von Euch und Euren Familien geschehen – das ist, liebe Freunde, widerlich!

Wir fordern den Helios-Konzern auf, sich unverzüglich mit den Gewerkschaften an einen Tisch setzen und alles Erdenkliche dafür zu tun, eine für alle Seiten verträgliche Lösung des Konflikts herbei zu führen. Und zwar so, wie es bei uns üblich ist – im Rahmen von Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft. Und nicht anders.

Wir wollen, dass der Helios-Konzern nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kurzfristige Höchstrenditen einstreicht, sondern dass das Unternehmen qualitativ weiterentwickelt wird. Und dann benötigt man nun einmal auch gut ausgebildete und motivierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Deshalb fordern wir Helios auf, die unverantwortlichen Geschäftspraktiken zu ändern und eine nachhaltige Strategie gemeinsam mit den jetzigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verfolgen. 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die rot-grün-blaue Koalition wird ebenfalls versuchen, Helios wieder an den Verhandlungstisch zu bewegen. Es geht hier um Euch und Eure Familien und um das Streikrecht in unserem Land. Unser Recht werden wir uns nicht nehmen lassen. Unsere Koalition erklärt sich ausdrücklich solidarisch mit Euch und Euren Forderungen. Lasst Euch nicht einschüchtern und kämpft weiter.

Wir dürfen nicht tatenlos zusehen, wie das Fundament sozialer Marktwirtschaft und das Streikrecht in unserem Land ausgehöhlt wird. Gute Arbeit kostet nun einmal gutes Geld! 

Deshalb fordern wir Helios auf, die ausgesprochenen Kündigungen hier unverzüglich zurück zu nehmen und an den Verhandlungstisch zurück zu kehren. Alles andere ist für uns nicht akzeptabel.

Weitere Artikel

Pressemitteilung · 05.11.2026 Bahnverbindung nach Dänemark: Madsen ohne Züge und ohne Plan

Die Landesregierung hat keine geeigneten Ersatzzüge für die Verbindung zwischen Flensburg und Dänemark und rechnet mit einer weiteren Verlängerung des Busverkehrs. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der SSW-Landtagsfraktion hervor. Hierzu erklärt die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Pressemitteilung · Flensburg · 05.11.2026 Staffelübergabe in der SSW-Ratsfraktion: Ulrike König folgt auf Michaela Blumenberg

Ratsfrau Michaela Blumenberg hat ihr Mandat in der Flensburger Ratsversammlung niedergelegt. Für sie rückt Ulrike König nach, die der SSW-Ratsfraktion bisher als bürgerliches Mitglied angehörte.

Weiterlesen

Pressemitteilung · Flensburg · 05.11.2026 Stadtpräsidentin Susanne Schäfer-Quäck geehrt!

Der SSW Flensburg gratuliert unserer Stadtpräsidentin Susanne Schäfer-Quäck von ganzem Herzen zur Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Nadel. Die Auszeichnung würdigt ihre besonderen Verdienste in der Kommunalpolitik, insbesondere ihren Einsatz für die deutsch-dänische Zusammenarbeit zwischen Flensburg und dänischen Partnern.

Weiterlesen