Pressemitteilung · 21.04.2016 Arbeiten bis zum Umfallen? Nicht mit uns, Herr Schäuble!

Zum Vorschlag von Bundesfinanzminister Schäuble, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen erklärt der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms:

Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten wahrlich genug zugemutet worden: Arbeitsverdichtung, nur schleppend steigende Löhne trotz Hochkonjunktur, Leiharbeit, Missbrauch von Werkverträgen. Nun soll also die Erhöhung des Renteneintrittsalters folgen. 

Wie stellt Herr Schäuble sich das vor: Dass der Bauarbeiter mit 69 Jahren noch Zementsäcke schleppt, die Verkäuferin mit fast 70 noch Paletten in den Laden trägt, damit Herr Schäuble die schwarze Null halten kann? 

Wenn es dem Bundesfinanzminister wirklich um Kompensation des demographischen Wandels ginge, dann gäbe es eine Vielzahl von Maßnahmen die sinnvoller wären: Das fängt bei der besseren Vereinbarung von Familie und Beruf an und hört bei schlankeren Prozeduren bei der Anerkennung ausländischer Berufs- und Studienabschlüsse noch längst nicht auf. Herr Schäuble sollte so ehrlich sein und den Menschen erklären, worum es ihm wirklich geht: Ein späterer Rentenbezug ist nichts anderes als eine Rentenkürzung, die sich gewaschen hat. 

„Arbeiten bis zum Umfallen“ – dies mag das Motto einer CDU sein, die jeden Bezug zur Lebenswirklichkeit der Menschen verloren hat. Unseres ist es nicht.  

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