Pressemitteilung · 10.09.2021 Arbeitspflicht für Langzeitarbeitslose ist zynisch und falsch!

Zu Forderung von Unionspolitikern, Langzeitarbeitslose nach dänischem Vorbild zu gemeinnütziger Arbeit zu verpflichten, erklärt der Spitzenkandidat des SSW zur Bundestagswahl, Stefan Seidler:

Langzeitarbeitslosigkeit ist keine Frage der Arbeitslust. Sie ist das fatale Ergebnis einer verfehlten Bildungs-, Arbeits- und Sozialpolitik in Deutschland, wo Armut immer noch krank macht und Krankheit arm. Der Fehler liegt nicht bei den Betroffenen, sondern im System. Deshalb sollten wir endlich die Ursachen bekämpfen statt der Symptome.

Hartz IV muss abgeschafft und die Agentur für Arbeit entbürokratisiert werden. Unsere Verwaltungen sollen für die Bürgerinen und Bürger da sein und nicht umgekehrt. Mindestlohn rauf auf 13 Euro, Scheinwerkverträge runter auf Null. Wir müssen in Bildung, Aus- und Weiterbildung sowie soziale Hilfen investieren. Therapeutische Angebote müssen so ausgebaut werden, dass Menschen wieder geholfen wird, bevor sie am Rande des Suizids stehen. Auch geduldete Personen brauchen schnellen Zugang zu Integrationsleistungen und Arbeitsmarkt.

Es kann nicht sein, dass die Opfer politisch forcierter Armut ihre spärlichen Sozialleistungen auch noch durch erzwungene Arbeit legitimieren müssen. Und auch zur Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist der Vorschlag gänzlich ungeeignet. In welche existenzsichernden Beschäftigungsverhältnisse sollen denn Kommunen künftig Langzeitarbeitslose eingliedern, wenn die gleichen Tätigkeiten quasi gratis zwangserledigt werden?
Der Vorschlag der Union ist eine schlecht camouflierte Kampfansage an den Mindestlohn. Er hilft niemandem und schafft nur weitere Armut und Stigmatisierung. Das ist zynisch und falsch. Deshalb lehnen wir vom SSW den Vorschlag entschieden ab.

Weitere Artikel

Veranstaltung · Flensburg · 18.04.2026 Brunch und Diskussion, Frauenrechte und Krankenhauspolitik in Flensburg

Nach der Übernahme des DIAKO-Krankenhauses durch den Malteserorden steht im Raum, dass Schwangerschaftsabbrüche dort künftig nicht mehr angeboten werden. Das wirft wichtige Fragen auf: zur medizinischen Versorgung in der Region, zu politischen Verantwortlichkeiten – und vor allem zu den Rechten von Frauen.Wir laden ein zu einem Brunch mit anschließender Diskussion, um genau darüber offen und sachlich zu sprechen.

Weiterlesen

Pressemitteilung · 10.04.2026 Schadensbegrenzung ist kein politischer Erfolg – Die Westküste braucht jetzt Verlässlichkeit

Zur Medienberichterstattung, dass ein Teil der Northvolt-Anleihe an Bund und Land zurückfließen wird, erklärt die wirtschaftspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion,Sybilla Nitsch:

Weiterlesen

Pressemitteilung · 10.04.2026 Klimageld jetzt einführen – soziale Schieflage beenden

Der SSW hat jetzt einen Antrag in den Landtag eingebracht, mit dem die Landesregierung aufgefordert wird, sich über den Bundesrat für die Einführung eines Klimageldes einzusetzen. Hierzu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen