Pressemitteilung · 18.02.2025 Die Zahlen zur Lehrkräftegesundheit müssen wachrütteln

Zum Bericht der Landesregierung über die „Statuserhebung zur Arbeitsfähigkeit und Gesundheit 2023/24“ in Bezug auf Lehrkräfte an Schulen erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Jette Waldinger-Thiering:

Man muss sich mal vor Augen führen: Da werden im November 2023 Lehrkräfte in Schleswig-Holstein zu ihrer Arbeitsfähigkeit und Gesundheit befragt. Das mag für den einen oder anderen einen Schimmer Hoffnung hervorgerufen haben. Interessiert sich das Bildungsministerium etwa doch für unsere Situation? Dann dauert es fast 1,5 Jahre, bis die Ergebnisse vorgestellt werden. Allein das muss frustrierend sein für all die Lehrerinnen und Lehrer in Schleswig-Holstein, die tagtäglich neue Herausforderungen wuppen. Und deren Arbeit sich in den letzten Jahren extrem verdichtet hat. Wenig überraschend, zeigen die Zahlen nun eine Verschlechterung der Situation. Sie müssen wachrütteln!

Um zwei alarmierende Werte herauszugreifen: Der Anteil der mit ihrer Arbeit zufriedenen Lehrkräfte ist von 72 auf 66% gesunken. Gleichzeitig ist der kritische Präsentismus, also das Sich-krank-zur-Arbeit-Schleppen, von 25 auf 32% gestiegen. In Zeiten von Lehrermangel können wir uns zwei Dinge überhaupt nicht leisten: Dass unsere vorhandenen Lehrkräfte sich kaputtarbeiten und dass das Image dieses so wichtigen Jobs noch weiter sinkt. Doch genau das zeigt die Statuserhebung. Als SSW fordern wir daher die Landesregierung auf, diese Entwicklung ernst zu nehmen und endlich wirklich etwas für die Lehrkräftegesundheit zu tun. 

Wir brauchen weniger Arbeitsbelastung und Arbeitsverdichtung und die Entlastung von immer mehr zusätzlichen Aufgaben. Immerhin steht Schleswig-Holstein in Sachen Unterrichtsverpflichtung ganz oben im deutschlandweiten Vergleich – allein diese Tatsache lässt uns im Ringen um Nachwuchskräfte schlecht dastehen. Wir brauchen echte Arbeitsschutzmaßnahmen, die auch überprüft werden, sowie Präventionsangebote für diese Berufsgruppe. Das Bildungsministerium kann noch so viele Hochglanz-Programme zur Lehrkräftegewinnung veröffentlichen werden, wenn diese Hausaufgaben nicht erledigt werden. Denn zufriedene, gesunde und motivierte Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen sind doch die beste Werbung für diesen Beruf. 

 

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