Pressemitteilung · 06.11.2015 Der Rechtsstaat darf nicht ausgehöhlt werden

Zum Kompromiss der großen Koalition in der Asylpolitik erklärt der Vorsitzende des SSW im Landtag, Lars Harms:

Ein bisschen Abschiebung hier, ein bisschen Schikane da. Der Asylkompromiss mag den Regierungsparteien in Berlin in letzter Sekunde zur Gesichtswahrung verholfen haben, Herrn Seehofer gar zum zweifelhaften Triumph. Den flüchtenden Menschen oder den Kommunen im Land hilft er jedenfalls nicht.

So ist mir völlig schleierhaft, wie bei beschleunigten Asylverfahren binnen zwei Wochen inklusive Rechtsmittelverfahren überhaupt noch eine gründliche, individuelle Fallprüfung stattfinden können soll. Für uns als SSW steht jedenfalls fest: Der Rechtsstaat darf auch beim Asylverfahren nicht ausgehöhlt werden.

Zudem enthält die ganze Vereinfacherei der Regierungskoalition keinerlei Aussagen darüber, wie es denn nun mit den sich in die Ewigkeit schleppenden Verfahren der anderen 90 Prozent der Flüchtlinge weiter geht. Es gibt auch weiterhin keine Zusage vom Bund, wann die versprochene Aufstockung der Mitarbeiter im BAMF endlich stattfinden soll. Das ist ein mehr als dürftiges Signal an die Kommunen und die Flüchtlinge, die schließlich die Konsequenzen der Untätigkeit unserer Bundesregierung ausbaden müssen.

Zudem mutet es schon merkwürdig an, dass es offenbar enorm wichtig war, rund 1700 der insgesamt 1,5 Millionen Einreisenden, nämlich Menschen mit subsidiärem Schutz, mit einer Sonderregelung beim Familiennachzug zu schikanieren.

Immerhin scheint es gelungen, die Seehofer-getriebene Union von ihren unmenschlichen Forderungen nach Massenunterbringungen Einreisender in Haftlagern abzubringen. 

Das Kompromiss-Papier gibt in zahlreichen Punkten Anlass zur Skepsis und Sorge über die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien. Wir werden es  eingehend in der rot-grün-blauen Koalition zu beraten haben. Zustimmung ungewiss.

Weitere Artikel

Pressemitteilung · 11.09.2026 Versäumte Lebensmittelkontrollen: Schmachtenberg muss Farbe bekennen

Nach einer Auswertung von Foodwatch ist 2025 mehr als ein Drittel der vorgeschriebenen Lebensmittelkontrollen in Schleswig-Holstein ausgefallen. Hierzu erklärt der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer:

Weiterlesen

Pressemitteilung · 10.09.2026 Seidler zu Verzögerungen bei Korridorsanierungen: Flensburg-Hamburg darf uns nicht wegrotten

"Ich habe die Nase voll davon, dass der Norden bei der Sanierung des Schienennetzes immer weiter hintenangestellt wird", kommentiert der SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler die heute von Bahn-Chefin Evelyn Palla angekündigten Verzögerungen bei den Korridorsanierungen.

Weiterlesen

Pressemitteilung · Schleswig-Flensburg · 10.09.2026 SSW nominiert Svend Wippich und Simon Teebken als Direktkandidaten für Schleswig-Flensburg

Weiterlesen