Rede · 16.10.2015 Die Pflege ist aus gutem Grund Dauerthema und muss es auch bleiben

Flemming Meyer zu TOP 17 - Pflege von Angehörigen stärken – bessere Verbreitung und Vernetzung von Informationen und Hilfsangeboten für pflegende Angehörige schaffen

Ob wir uns nun ganz speziell die Pflege von Angehörigen oder den allgemeinen Bereich der Altenpflege anschauen. Pflege ist und bleibt aus gutem Grund ein Dauerthema. Deshalb will ich an dieser Stelle auch ganz ehrlich sagen, dass mich diese Initiative der CDU freut. Denn die unterschiedlichen Prognosen sprechen nun mal eine klare Sprache: Während die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigt, wird die Geburtenrate kaum Schritt halten. Inhaltlich mag man hier und da natürlich unterschiedlicher Meinung sein. Aber die grundsätzliche Notwendigkeit, den Pflegebereich weiter zu stärken, sehen wir alle. Zumindest werte ich den vorliegenden Antrag als Zeichen hierfür.

Sicher kennen wir alle jemanden, der entweder selbst pflegebedürftig ist, oder einen Angehörigen pflegt. Jeder von uns wurde oder wird früher oder später mit diesem Thema konfrontiert. Kaum ein anderer Bereich muss uns deshalb so intensiv und dauerhaft beschäftigen, wie die Pflege. Wir sollten also nicht nur als Landespolitiker sondern auch ganz persönlich ein Interesse daran haben, hier die richtigen Antworten und tragfähige Lösungen zu finden. 

Ich habe in früheren Debatten hierzu immer wieder betont, dass wir in Sachen Pflege verschiedenste Baustellen haben. Das Berufsfeld muss insgesamt aufgewertet werden. Wir müssen versuchen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und uns für eine erhöhte Wertschätzung stark machen. Auch die Aus- und Weiterbildung und Akademisierung von Pflegeberufen spielt für den SSW eine wichtige Rolle. Denn gerade die Bedeutung einer hochqualifizierten Ausbildung dürfen wir nicht unterschätzen. Alle Untersuchungen zeigen, dass die Arbeitszufriedenheit eng mit einer guten Ausbildung zusammenhängt. Denn sie gibt einem die Sicherheit, die man für die Ausübung braucht. Deshalb ist es wichtig, die Fort- und Weiterbildung von professionell Pflegenden an die stetig steigenden Anforderungen anzupassen.

Doch auch vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht des SSW gut und richtig, dass die CDU das Thema „Unterstützung von pflegenden Angehörigen“ hier platziert. Denn gerade diese Form der Pflege kann sehr anstrengend und nicht selten sogar belastend sein. Und ganz ohne Frage wollen wir pflegende Angehörige so gut wie möglich unterstützen und ihre Gesundheit fördern. Aber auch wenn es der Antrag bereits andeutet, will ich eins klar sagen: Wir verfügen hier in Schleswig-Holstein längst über entsprechende Angebote. Und ich sehe nicht, dass diese nicht in Anspruch genommen werden oder in Teilen sogar unbekannt sind. 

Nicht nur hier sondern auch mit Blick auf den Gesamtbereich Pflege arbeiten wir intensiv daran, bestehende Angebote auszubauen und bekannter zu machen. Wir erhöhen zum Beispiel die landesseitig geförderten Ausbildungsplätze oder unterstützen die Arbeit des Kompetenzzentrums Demenz. Auch hier wird explizite Beratungs- und Vernetzungsarbeit für Angehörige von Pflegebedürftigen geleistet. Und doch wird natürlich niemand ernsthaft behaupten, dass alle Hausaufgaben gemacht sind. Aber gerade weil so dicke Bretter gebohrt werden müssen, frage ich mich, ob die Zielrichtung der CDU nun absolut die richtige ist. Bei allem Potential für Optimierung im Kleinen müssen wir leider trotzdem Prioritäten setzen. Ob die bessere Verbreitung und Vernetzung von Informationen und Hilfsangeboten für pflegende Angehörige so weit oben auf der Liste stehen muss, will ich zumindest mal bezweifeln. Der Hinweis ist wichtig und wird auch berücksichtigt werden. Aber wir stehen unverändert vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen, die wir nur gemeinsam meistern können. Und genau das wollen wir tun.

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:

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