Pressemitteilung · 11.11.2025 Jungen Pflegenden den Rücken stärken!

Rund fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen kümmern sich um pflegebedürftige Familienmitglieder. Der SSW fordert, diese „Young Carers“ mehr in den Blick zu nehmen und vor Überforderung zu schützen.

Die Woche der pflegenden Angehörigen führt uns aktuell zurecht vor Augen, wer eine der wichtigsten Säulen unseres Sozialstaates bildet. Denn über 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden in Schleswig-Holstein von ihren Angehörigen, Freunden und Bekannten gepflegt. Der Vorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Christian Dirschauer, betont: „All diesen Menschen gehört unser größter Respekt. Was sie täglich leisten, ist unbezahlbar und zeugt von Solidarität und Menschlichkeit. Das sollten wir uns auch in den anderen 51 Wochen des Jahres immer wieder bewusst machen.“

Eine Gruppe Pflegender kommt Dirschauer in der öffentlichen Wahrnehmung zu kurz: die der so genannten „Young Carers“, also Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, sowie die „Young Adult Carers“, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren. Vom Einkauf über den Hausputz bis hin zur Hilfe beim Essen oder der Körperpflege leisten sie wichtige Unterstützung, die häufig schleichend mehr wird und nicht selten mit Überlastung und psychischen Problemen endet. Mit einem Antrag (Drucksache 20/3755) fordert er deshalb die Landesregierung auf, diese Menschen besser zu unterstützen und zu entlasten. Unter anderem soll eine gezielte Zusammenarbeit zwischen Schulen, Ausbildungsstätten und Unis mit Anbietern von Beratungs- und Unterstützungsangeboten etabliert sowie Schutz- und Präventionskonzepte für diese Altersgruppe erarbeitet werden. Dazu gehören auch Reha-Angebote und eine Stärkung von Selbsthilfegruppen.

Außerdem regt die SSW-Fraktion mehr Angebote sowohl zur dauerhaften Entlastung, wie Tages- oder Nachtpflege, als auch im temporären Bereich, wie Kurzzeitpflege, an. „Davon würden gerade die jungen Pflegenden profitieren. Schulabschluss, Berufswahl, vielleicht der erste Liebeskummer und Selbstfindung: Diese Menschen befinden sich in einer so entscheidenden Lebensphase, in der die Pflegeverantwortung ihnen leicht über den Kopf wachsen kann. Oder so viel Platz einnimmt, dass der oder die Pflegende sich selbst vergisst. Hier muss das Land seiner Verantwortung gerecht werden! Auch jungen Pflegenden muss im wahrsten Sinne des Wortes der Rücken gestärkt werden, damit sie unter der Verantwortung nicht zusammenbrechen“, so Christian Dirschauer abschließend.


Hier geht es zum Antrag: https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/drucks/03700/drucksache-20-03755.pdf

 

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