Pressemitteilung · 16.12.2021 Stefan Seidler fragt Bundesregierung zum Thema Abtreibung in kirchlichen Krankenhäusern

"Wir müssen uns fragen, wie zeitgemäß der Anspruch derkatholischen Kirche ist, Schwangerschaftsabbrüche in den von ihr getragenenKrankenhäusern nicht zuzulassen."

"Die neue Bundesregierung will mit der Streichung der Gesetzesparagraphen
zum Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche einen wichtigen Schritt gehen.
Wir müssen uns darüber hinaus fragen, wie zeitgemäß der Anspruch der
katholischen Kirche ist, Schwangerschaftsabbrüche in den von ihr getragenen
Krankenhäusern nicht zuzulassen. Darum frage ich die Bundesregierung, ob und
in welchem Maße sie hier tätig werden will", so der
SSW-Bundestagsabgeordnete Stefan Seidler.

Hintergrund für die Frage an die Bundesregierung ist, dass 2026 in Flensburg
der Neubau eines ökumenischen Krankenhauses fertiggestellt werden soll. In
diesem von Trägern, Stadt und Land geplantem Großprojekt sollen jedoch
aufgrund der katholischen Beteiligung Schwangerschaftsabbrüche nicht zum
stationären Versorgungsangebot gehören und nur in Notfällen bei Lebensgefahr
durchgeführt werden.

Besonders im ländlichen Raum treffen Frauen häufig eine angespannte
Versorgungssituation im Bereich von Schwangerschaftsabbrüchen an. "Aus
diesem Grund ist es schwer vorstellbar, dass bei uns mit viel Steuergeld ein
Krankenhaus gebaut werden soll, welches aus religiösen Gründen Frauen diesen
medizinischen Eingriff vorenthält", so Stefan Seidler.


Frage an die Bundesregierung:

Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um sicherzustellen, dass
Schwangeren in Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft die stationäre
Versorgung mit Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche nicht aufgrund religiöser
Gründe vorenthalten wird?

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