Rede · 14.12.2012 Anträge zum Dualen Pflegestudium sowie zur Pflegeausbildung in Schleswig-Holstein

Ich will ganz ehrlich sagen: Der Blick auf die erste Fassung der Tagesordnung hat mich unheimlich gefreut: Zumindest ursprünglich war das enorm wichtige Thema Pflege nicht erst am Freitagnachmittag sondern schon am ersten Tag dieses Plenums vorgesehen. Aus meiner Sicht war die Pflege damit genau da, wo sie hingehört: Im Zentrum unserer Diskussion. Nun ist es zwar etwas anders gekommen, aber immerhin ist dieses Thema nun am Vormittag dran und damit nicht erst auf dem Weg ins Wochenende.

Auch die Anträge von CDU und FDP zeigen es: Wir sind uns alle darüber einig, dass die Rahmenbedingungen in der Pflege weiter verbessert werden müssen. Wir brauchen ganz allgemein mehr engagierte Menschen, die den Beruf als Pflegefachkraft ergreifen. Und wir müssen dafür sorgen, dass sie auch lange in diesem Beruf bleiben wollen. Die Pflegetätigkeit muss wesentlich attraktiver werden. Und Pflegende müssen Familie und Beruf besser unter einen Hut kriegen können. Unstrittig ist wohl auch, dass der Bedarf im Bereich der Altenpflege in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung weiter steigen wird. Ich habe es angedeutet und es geht auch aus unserem Antrag aus der letzten Sitzung hervor: Wir brauchen ein ganzes Bündel von Maßnahmen, um den drohenden Fachkräftemangel abzuwenden. Mit der Akademisierung der Pflege ist ein ganz wesentlicher Aspekt angesprochen. SPD, Grüne und SSW wollen die Rahmenbedingungen in der Pflege unter anderem dadurch verbessern, dass wir die Ausbildung Stück für Stück weiterentwickeln. Eine Professionalisierung der Pflege kann nach unserer Auffassung dabei helfen, noch mehr junge, hochqualifizierte Menschen für diesen Beruf zu begeistern. Und genau diese Pflegenden mit akademischem Hintergrund und handfesten praktischen Erfahrungen können wiederum in Zukunft enorm viel dazu beitragen, die Pflege zukunftsgerecht zu entwickeln.

Doch wir fordern die Landesregierung vor allem deshalb auf, ein Konzept für ein Duales Studium zu entwickeln, weil für die Gesundheitsfachberufe ganz allgemein bewiesen ist, dass eine höhere Qualität in der Ausbildung auch zu besseren Ergebnissen für die Pflegebedürftigen führt. So konnte zum Beispiel für den Klinikbereich gezeigt werden, dass weniger Patienten unter Zusatzerkrankungen leiden, wenn der Anteil an studierten Pflegefachkräften steigt. Für den SSW ist völlig klar, dass die Pflegebedürftigen im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen müssen. Und wir hoffen, dass wir nicht zuletzt ihre Situation durch eine Professionalisierung der Pflege weiter verbessern können.

So sinnvoll eine Professionalisierung und Akademisierung der Pflege durch Studiengänge auch ist. Für uns ist besonders wichtig, dass wir dabei die normale Pflegeausbildung nicht aus dem Blick verlieren. Hier halten wir es unter anderem für sinnvoll, die gemeinsame dreijährige Ausbildung von Alten-, Gesundheits- und Krankenpflegefachkräften auf den Weg zu bringen. Damit wollen wir eine deutliche Qualitätssteigerung erreichen, um die hier Tätigen fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen. Dass in diesem Zusammenhang auch die Frage nach den Kosten der Ausbildung geklärt und zwischen Bund, Ländern und Bundesagentur eine dauerhafte Lösung gefunden wurde, begrüßen wir sehr.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Maßnahmen bereits helfen werden, um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern und die Pflegefachkräfte länger in ihrem Job zu halten. Selbstverständlich wollen wir hier nicht stehen bleiben und die Pflege insgesamt weiterentwickeln. Dies ist enorm wichtig, um auch in Zukunft eine menschenwürdige Pflege von hoher Qualität sicherzustellen. Und hierzu gibt es für diese Koalition keine Alternative.

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