Pressemitteilung · 05.07.2024 Erste Hilfe muss Schule machen

Der SSW fordert die Landesregierung auf, dem Erste-Hilfe-Unterricht einen festen Platz in Schleswig-Holsteins Schulen zu geben (Drucksache 20/2317). Für mindestens zwei Schulstunden jährlich soll das Training an allgemeinbildenden Schulen Pflicht werden, um Kinder und Jugendliche für Notfallsituationen fit zu machen.

Der Erste-Hilfe-Unterricht sollte in Kooperation mit gut ausgebildeten Fachkräften externer Organisationen stattfinden und altersgerecht angepasst sein, damit Kinder in allen Altersstufen lernen, einen Notfall zu erkennen und wissen, wie sie ihrem Alter entsprechend handeln müssen.

„Wir müssen Kinder und Jugendliche besser auf Notsituationen vorbereiten, damit sie im Fall der Fälle nicht hilflos und verängstigt sind“, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der SSW-Fraktion, Jette Waldinger-Thiering. „Wer gelernt hat, Erste Hilfe zu leisten, übernimmt im Fall der Fälle Verantwortung für andere und leistet einen enorm wichtigen Beitrag.“

Gerade auf dem Schulweg ist der Sturz vom Fahrrad ein häufiger Unfall; in so einer Situation sind Kinder und Jugendliche oft zunächst auf sich allein gestellt, bis professionelle Hilfe eintrifft. „Wer dann beherzt Erste Hilfe leistet und weiß, was zu tun ist, ist Gold wert“, so Jette Waldinger-Thiering. Doch wie man Hilfe holt, eine Unfallstelle sichert oder eine Blutung versorgt muss trainiert werden. Deshalb fordert sie: „Wir brauchen den verpflichtenden Erste-Hilfe-Unterricht schon ab der Grundschule, weil wir unsere Kinder und Jugendlichen besser auf Notfallsituationen vorbereiten müssen. Damit sie nicht hilflos dastehen, wenn etwas passiert, sondern handeln können. Damit sie die Notfallnummern 110 und 112 kennen und wissen, wie man Hilfe holt und wie man schon selbst helfen kann.“ Dafür sei kein eigenes Fach nötig, sondern das Training könne im Rahmen des regulären Unterrichts erfolgen.

Niemand ist zu jung für Erste-Hilfe-Unterricht, wie verschiedene tolle Projekte in unserem Land zeigen. Jüngere Kinder können lernen, einen Notfall zu erkennen und Hilfe zu holen. Ältere Kinder können beispielsweise die stabile Seitenlage und das Anlegen eines Druckverbands üben. Am Ende der Schulzeit im Jugendalter sollte dann auch der Reanimationsunterricht erfolgen. Durch das regelmäßige Training im Rahmen der Schule festigen sich die Techniken und die Scheu sinkt.

„Kinder müssen – und wollen auch – lernen, mit kritischen Situationen umzugehen. Ihnen diese Basisfertigkeiten beizubringen sehen wir als wichtigen Bildungsauftrag.
Denn nur, wenn ich nicht weiß, was ich tun kann, werde ich hilflos und bekomme Angst. Genau dem wollen wir vorbeugen. Kinder und Jugendliche sollten so früh wie möglich lernen: Jede und jeder kann ein/e (Erst-)Helfer/in sein!

Zum Antrag: Drs. 20/2317
 

Weitere Artikel

Pressemitteilung · 11.07.2024 Ein bitterer Tag für die Minderheitensprachen

In einem Änderungsantrag zum neuen Hochschulgesetz (20/1526) hat sich der SSW für eine Sonderregelung bei der Besetzung von Professuren in Regional- und Minderheitensprachen eingesetzt. Dieser wurde heute im Bildungsausschuss abgelehnt. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende der SSW-Landtagsfraktion, Lars Harms:

Weiterlesen

Rede · 19.07.2024 Pädagogische Arbeit in unseren Kitas sichern

„Trotz Vorschaltgesetz bleiben Unsicherheiten und Herausforderungen“

Weiterlesen

Rede · 19.07.2024 Verfassungsschutzbericht 2023: Die größte Gefahr geht vom Rechtsextremismus aus

„Auf Worte folgen Taten. Sprache ist wichtig. Es geht um Framing, um Deutungshoheit und Themensetzen sowie letztlich auch um Beeinflussung. Die Mitte der Gesellschaft wird zunehmend empfänglich für extremistische und demokratiefeindliche Positionen.“

Weiterlesen