Rede · 12.10.2023 Vom Acker bis zum Teller

„Wir sehen hier durchaus den Mehrwert sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Landwirtschaft. Und wenn wir uns dafür aussprechen den Dialogprozess „Zukunft in der Landwirtschaft“ fortzuführen dann sehen wir die Bildungsinitiative auch in diesem Fahrwasser.“

Christian Dirschauer zu TOP 37 - Bildungsoffensive zur Verbraucherbildung (Drs. 20/1059)

Die Bildungsinitiative „Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz“ ist in Zusammenarbeit zwischen Landwirtschafts- und Bildungsministerium gewachsen und hat seinen Ursprung im Dialogprozess „Zukunft der Landwirtschaft“. 
In den letzten Jahren haben wir häufig über diesen Dialogprozess diskutieret. Das Verhältnis der Verbraucherinnen und Verbraucher zur Landwirtschaft und zur Lebensmittelproduktion hat sich in den letzten Jahren verändert. Einst waren sie der unantastbare Motor im ländlichen Raum, doch mittlerweile hat sich der gesellschaftliche Blick auf die Produktion von Lebensmitteln verändert und das hat auch die Landwirtschaft zu spüren bekommen. Der Druck hat stetig zugenommen. Ob es um die Nährstoffeinträge in unsere Gewässer, der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder um Tierwohl geht, das ist ein Auszug des umfangreichen Themenkatalogs, zu dem unsere Landwirtschaft Stellung nehmen und sich zum Teil auch rechtfertigen muss. 
Der Wunsch von Seiten der Bürgerinnen und Bürger, eigene Erfahrungen zu sammeln, bei der Produktion von Lebensmitteln ist gerade in den letzten Jahren gestiegen. Ob es der Schrebergarten ist, SoLaWi oder andere Formen der Produktion von Feldfrüchten: wir verzeichnen ein Umdenken auch in der Gesellschaft. Die Wertschätzung für selbstproduzierte Lebensmittel ist gestiegen. Auch, weil jedem damit bewusst wird, unter welchen Umständen Lebensmittel produziert werden und welcher Arbeitseinsatz damit verbunden ist. 
Aber nicht alle haben die Möglichkeit entsprechende Erfahrungen mit der Produktion von Lebensmitteln zu machen. Hier setzt die Bildungsinitiative an. Gerade um jungen Menschen an Schulen – insbesondere der Sekundarstufen I und II – die Möglichkeit zu geben, sich ein Bild von Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, Ernährung und Verbraucherschutz zu machen. 
Wir halten diesen Ansatz für richtig und angebracht. Auch weil der Landwirtschaft damit im direkten Gespräch die Möglichkeit gegeben wird, Vorurteile auszuräumen. Auf der anderen Seite können junge Menschen sich einen Eindruck verschaffen, unter welchen Voraussetzungen und Erschwernissen die Landwirtschaft heute produziert. Nach dem Motto vom Acker bis zum Teller können sie sich ein ganzheitliches Bild verschaffen. 
Hierzu werden spezifische Bildungsangebote an authentischen Lernorten – also direkt bei den Betrieben – entwickelt. Maßgeblich für die Konzeptentwicklung und das Projektmanagement ist hier die Europa-Universität Flensburg. Das begrüße ich sehr. Nicht nur weil ich Flensburger bin, sondern auch weil ich weiß, dass die EUF hierfür der richtige Partner ist, denn sie verfügen über die notwendige Expertise für dieses Konzept. Und davon konnten wir uns jüngst erst vergewissern. Daher danke ich dem Landwirtschaftsministerium für die Einladung zur Präsentation und Projektdarstellung. 
Die EUF ist beauftragt ein Konzept für das Schuljahr 2023/24 zu erstellen. Dank des Vortrages von Frau Professorin Dr. Peucker haben wir einen umfangreichen Einblick in den konzeptionellen Aufbau der Bildungsinitiative bekommen. Es handelt sich dabei um ein in sich evaluierendes und lernendes System in Bezug auf Umsetzung und Wirkung. Die qualifizierten Teilnehmer, also die Betriebe, scharren schon mit den Hufen und erwarten die Schulen. Wir begrüßen auch die leichte Zugänglichkeit für die Schulen zu den verschiedenen Akteuren und Lernorten. Nun ist es an ihnen, das Angebot entsprechend ihrer Anforderungen zu nutzen. Und ich gehe davon aus, dass auch den Schulen der dänischen Minderheit ein solches Angebot entsprechend gemacht wird. Und gleichzeitig freue ich mich natürlich auch über Angebote in dänischer und friesischer Sprache, die es hoffentlich auch geben wird. 
Wir sehen hier durchaus den Mehrwert sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Landwirtschaft. Und wenn wir uns dafür aussprechen den Dialogprozess „Zukunft in der Landwirtschaft“ fortzuführen dann sehen wir die Bildungsinitiative auch in diesem Fahrwasser. Eine dauerhafte Verstetigung des Projektes ist durchaus in unserem Sinne.

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